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Gymnasiasten schlagen Brücke in die Türkei

LiG startet neues Erasmus+-Projekt / Auch Kontakte mit Schulen in Polen und Tschechien / Sport ist das verbindende Element / Viele Begegnungen in zwei Jahren

Von Maren Reese-Winne (Cuxhavener Nachrichten 9./10. Dezember 2017)

CUXHAVEN. Am LiG hat das neue Erasmus+-Projekt mit dem Titel „Goals“ (Go outside! Activate life with sports) begonnen. Das Projekt läuft mit insgesamt fünf Schulen von 2017 bis 2019 und verbindet die Cuxhavener Schule mit zwei türkischen Schulen in Manisa, einer tschechischen Schule in Tábor und einer polnischen in Opole Lubelskie.

Ziel des Projektes ist es neben dem Kennenlernen traditioneller und populärer Sportarten der jeweiligen Länder, Sport als Lebensprinzip für ein gesundes und umweltbewusstes Leben und sozial integrierendes Miteinander zu erleben, um Grenzen spielerisch zu überwinden.

Das erste projektvorbereitende Treffen der Lehrer führte unter anderem Monika Bokemeyer Ende Oktober nach Manisa (Türkei) in der Nähe von Izmir. „Unsere türkischen Gastgeber zeigten uns ihre beiden beeindruckend schönen und für den Anlass unseres Besuches geschmückten Schulen (die Hasan Türek Anadolu Lisesi und die IMKB Mesleki Ve Teknik Anadolu Lisesi), wo wir die Gelegenheit hatten, mit den Schulleitungen, den Kollegien und den Schülern beider Schulen ins Gespräch zu kommen“, berichtet die Cuxhavener Lehrerin. „Man begegnete uns durchgehend sehr offen, herzlich und interessiert.“

Moschee und Kirche

Neben der Arbeit am Projekt hatten die Gäste Gelegenheit, kulturell interessante Plätze wie die Agora in Izmir, Foça und Cesme anzusehen. Beeindruckend: die Moschee in Alacati bei Cesme, die anfänglich als griechisch-orthodoxe Kirche gebaut und später zur Moschee umfunktioniert wurde. Dabei geriet ihr christlicher Ursprung in Vergessenheit, bis vor einigen Jahren bei Renovierungsarbeiten Fresken der Apostel zutage traten. Heute wird das Gebäude sowohl als Moschee als auch als orthodoxe Kirche genutzt - die Fresken werden durch einen Vorhang für die Muslime abgetrennt, sodass die gemeinsame Nutzung möglich wurde: ein überzeugendes Beispiel für Toleranz und Pragmatismus an einem Ort, in dem griechisch-orthodoxe Christen und Muslime friedlich miteinander leben.

Das zweite Projekttreffen schloss sich zwei Lehrkräften, einer Studentin und fünf Schülern und Schülerinnen der Jahrgänge 9 und 10 im November in Tábor, Tschechien, an. Die Strˇedni zdravotnická sˇkola Mostecká 1912 entpuppte sich als eine Krankenpflegeschule mit Internatsbetrieb, die die Gäste ebenfalls herzlich willkommen hieß.

Drei Schülerinnen hatten die Möglichkeit, im Internat unterzukommen und fanden das Erlebnis interessant und lohnenswert. Die tschechischen Schüler und Lehrer zeigten ihren polnischen, deutschen und türkischen Gästen zunächst die Schule, wo alle die Gelegenheit hatten, etwas über Krankenpflege zu lernen (die Schüler durften zum Beispiel an lebensgroßen Puppen das Verabreichen von Spritzen üben).

Prag ein Höhepunkt

Später wurden sie durch die wunderschöne Innenstadt von Tábor geführt, wo unter anderem das Hussiten-Museum und das Schokoladenmuseum besichtigt wurden. Höhepunkt des kulturellen Programms war sicherlich Prag, das die Besucher mit seiner historischen Altstadt verzauberte. Täglich wurde zudem intensiv am Projekt gearbeitet: Die Gruppen konnten etwa ein Interview mit einer Profi-Eishockeyspielerin führen, Trainingsabläufe beobachten, wandern gehen, bowlen, Volleyball und Florball spielen.

Am Ende kreierten die Schüler gemeinsam kleine Animationsvideos, in die sie ihre bisherigen Eindrücke einfließen lassen konnten. Einige Ergebnisse werden demnächst auf der Projekthomepage zu sehen sein. Alle freuen sich auf die weitere gemeinsame Arbeit und auf die drei noch anstehenden Projekt-Lehtreffen in den nächsten eineinhalb Jahren in Opole Lubelskie, Cuxhaven und Manisa. (mr/red)

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